Wer die Hauptuntersuchung vorbereiten möchte, will vor allem eines: beim Prüftermin keine böse Überraschung erleben. Ein Durchfallen bedeutet Zeitdruck, eine Nachprüfung und oft ungeplante Reparaturen. Dabei lassen sich viele Mängel schon vorher erkennen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, was beim TÜV-Termin geprüft wird, was Sie selbst kontrollieren können und welche Unterlagen Sie brauchen. Ob Sie in Allersberg, Roth oder Hilpoltstein zu Hause sind: Mit der richtigen Vorbereitung gehen Sie entspannter in die Prüfung.
Das Wichtigste in Kürze
- Pkw müssen erstmals nach 36 Monaten und danach alle 24 Monate zur Hauptuntersuchung; die Fälligkeit steht auf der Plakette und im Fahrzeugschein.
- Mit unserer Checkliste prüfen Sie Licht, Reifen, Flüssigkeiten und Ausstattung vorab selbst. Bremsen, Fahrwerk und Abgas gehören in die Fachwerkstatt.
- Erhebliche Mängel bedeuten: keine Plakette, Nachprüfung innerhalb eines Monats.
- Zur Prüfung brauchen Sie die Zulassungsbescheinigung Teil I sowie bei Umbauten die passenden Nachweise.
Hauptuntersuchung: Was geprüft wird und wann sie fällig ist
HU, AU und „TÜV“: Die Begriffe kurz erklärt
Die Hauptuntersuchung (HU) ist die gesetzlich vorgeschriebene technische Prüfung, die die Verkehrssicherheit und Umweltverträglichkeit Ihres Fahrzeugs bestätigt. „TÜV“ ist im Alltag zum Sammelbegriff geworden. Die HU führen aber mehrere amtlich anerkannte Prüforganisationen durch, etwa TÜV, DEKRA, GTÜ und KÜS.
Die Abgasuntersuchung (AU) ist ein eigener Prüfpunkt, der zusammen mit der HU erledigt wird. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag was man über die Abgasuntersuchung wissen sollte. Geprüft werden unter anderem:
- Bremsen, Lenkung und Fahrwerk
- Beleuchtung und Reifen
- Rahmen und Karosserie (zum Beispiel Rost an tragenden Teilen)
- Abgas- und Umweltwerte
- elektronische Sicherheitssysteme über den Fehlerspeicher
Die HU selbst dürfen ausschließlich anerkannte Prüforganisationen durchführen. Die Werkstatt bereitet Ihr Fahrzeug vor und behebt festgestellte Mängel.
Wann ist die nächste HU fällig? Intervalle und Plakette lesen
Bei Pkw ist die erste HU 36 Monate nach der Erstzulassung fällig, danach alle 24 Monate. Abweichende Intervalle gelten für bestimmte Fahrzeugarten, etwa Nutzfahrzeuge.
Auf der Plakette am hinteren Kennzeichen zeigt die Zahl in der Mitte das Jahr, die Zahl am oberen Rand den Monat. Die Plakette gilt bis zum Ende dieses Monats. Den Termin finden Sie außerdem in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) im Bereich der Prüfvermerke. Eine kurze Überziehung wird meist toleriert, ist aber nicht ratsam. Details folgen weiter unten im Artikel.
Hauptuntersuchung vorbereiten: Die Checkliste für den TÜV-Termin zum Selbstprüfen
Viele typische Beanstandungen entdecken Sie in einer halben Stunde selbst. Gehen Sie die folgenden Punkte der Reihe nach durch.
Licht, Sicht und Elektrik
| Prüfpunkt | So prüfen Sie selbst | Wann besser in die Werkstatt |
|---|---|---|
| Beleuchtung | Abblend-, Fern-, Stand-, Brems-, Blink-, Nebelschluss- und Kennzeichenlicht kontrollieren | Bei Flackern, Feuchtigkeit im Scheinwerfer oder falsch eingestellter Leuchtweite |
| Sicht | Steinschläge im Sichtfeld, Wischergummis, Waschwasser, Düsen, Spiegel | Bei Rissen oder Steinschlag im Sichtfeld des Fahrers |
| Warnleuchten | ESP, ABS, Airbag und Motorkontrolle dürfen nach dem Start nicht dauerhaft leuchten | Sobald eine Leuchte dauerhaft an bleibt |
Reifen, Bremsen und Fahrwerk
| Prüfpunkt | So prüfen Sie selbst | Wann besser in die Werkstatt |
|---|---|---|
| Reifen | Profiltiefe (gesetzlich 1,6 mm, empfohlen 3 mm Sommer, 4 mm Winter), Alter, Risse, Beulen, Reifendruck, Radmuttern | Bei Beulen, Rissen oder ungleichmäßigem Abrieb |
| Bremsen | Bremsflüssigkeitsstand, Warnleuchte, Geräusche, Ziehen, Handbremse | Bei Quietschen, Schleifen, Ziehen oder weichem Pedal, siehe Bremse prüfen |
| Fahrwerk | Auf Klappern und Poltern achten, Manschetten und Stoßdämpfer auf Ölspuren ansehen | Bei Spiel, Geräuschen oder defekten Manschetten |
Motorraum, Flüssigkeiten und Unterboden
| Prüfpunkt | So prüfen Sie selbst | Wann besser in die Werkstatt |
|---|---|---|
| Flüssigkeiten | Öl- und Kühlmittelstand prüfen, Tropfspuren unter dem Fahrzeug suchen | Bei Öl-, Kühlmittel- oder Getriebeölverlust |
| Unterboden und Auspuff | Auspuffhalter, Geräusche, Rost an Schwellern und tragenden Teilen ansehen | Bei lockerem Auspuff oder durchgerosteten Stellen |
Ausstattung und Papiere im Fahrzeug
| Prüfpunkt | So prüfen Sie selbst | Wann besser in die Werkstatt |
|---|---|---|
| Sicherheitsausstattung | Verbandskasten (Haltbarkeit), Warndreieck, Warnweste (Pflicht, wird nicht immer geprüft) | Fehlendes ersetzen Sie einfach selbst |
| Hupe und Gurte | Hupe testen, Gurte auf Schäden und Funktion prüfen | Bei klemmenden oder beschädigten Gurten |
Tipp: Machen Sie den Lichttest zu zweit, damit eine Person das Bremslicht von außen kontrolliert. Speichern Sie die Checkliste als Screenshot oder drucken Sie sie aus, dann haken Sie vor dem Termin alles in Ruhe ab.
TÜV-relevante Mängel: Diese Fehler führen am häufigsten zum Durchfallen
Die Mängelklassen: von „ohne Mängel“ bis „verkehrsunsicher“
Der Prüfer stuft jeden Befund in eine Klasse ein. Das entscheidet, ob Sie die Plakette sofort erhalten. Mehr dazu im Beitrag Welche Mängel führen zum Durchfallen beim TÜV?
| Mängelklasse | Folge |
|---|---|
| Ohne erkennbare Mängel | Plakette wird zugeteilt |
| Geringe Mängel | Plakette, aber Eintrag im Untersuchungsbericht; Mangel bald beheben |
| Erhebliche Mängel | Keine Plakette; Nachprüfung innerhalb eines Monats |
| Gefährliche Mängel | Fahrzeug darf nicht weiter im Straßenverkehr genutzt werden |
| Verkehrsunsicher | Sofortige Stilllegung möglich, ggf. wird das Kennzeichen entstempelt |
Die häufigsten Mängel – und was Sie dagegen tun können
- Defekte Beleuchtung, falsche Scheinwerfereinstellung: Glühbirnen tauschen Sie oft selbst, die Einstellung gehört in die Werkstatt.
- Abgefahrene oder poröse Reifen: Auf Reifen mit zu wenig Profil oder Rissen sollten Sie nicht mehr fahren. Der Tausch erfolgt beim Reifenservice.
- Verschlissene Bremsscheiben, Beläge, poröse Bremsleitungen: Werkstattsache.
- Ölverlust: Die Ursache muss ein Mechaniker finden.
- Ausgeschlagene Achsgelenke, defekte Stoßdämpfer: Werkstattsache, denn sie beeinflussen Fahrstabilität und Bremsweg.
- Rost an Schwellern und Fahrwerksaufnahmen: Lassen Sie ihn früh bewerten.
- Defekter Auspuff, schlechte Abgaswerte: Die Abgasanlage prüft die Werkstatt.
- Fehlereinträge bei Airbag, ABS, ESP: Hier hilft die elektronische Diagnose.
- Wischerblätter, Waschwasser: Das erledigen Sie selbst.
Improvisieren Sie bei sicherheitsrelevanten Teilen nicht selbst. Bremsen, Lenkung und Fahrwerk gehören in Fachhände.
Was Sie zum TÜV mitbringen müssen: Unterlagen, Ablauf, Dauer und Kosten
Mitnehmen: Diese Unterlagen und Gegenstände brauchen Sie
- Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein), Pflicht
- Fahrzeugschlüssel, inklusive Schlüssel für Felgenschlösser oder Radsicherung
- Gutachten, ABE oder Eintragungen bei Umbauten wie Tieferlegung, Felgen oder Anhängerkupplung
- Nachweise zur Gasanlage, falls vorhanden
- Prüfbericht der letzten HU (keine Pflicht, aber hilfreich, auch für die Nachprüfung)
Der Fahrer muss nicht der Halter sein. Das Kennzeichen sollte sauber und lesbar sein. Räumen Sie Kofferraum und Innenraum leer, damit der Prüfer überall gut herankommt.
Wie lange dauert die HU und was kostet sie in Bayern?
Die HU dauert in der Regel etwa 30 bis 60 Minuten, mit Abgasuntersuchung etwas länger. Die Gebühren richten sich nach der Gebührenordnung und unterscheiden sich je nach Prüforganisation, Antriebsart und Standort. Als grober Richtwert für HU plus AU beim Pkw gelten etwa 100 bis 170 Euro.
Aktuelle Preise erfragen Sie am besten direkt bei der Prüfstelle, zum Beispiel bei TÜV oder DEKRA in der Region. Der Ablauf ist überall ähnlich:
- Termin vereinbaren und Fahrzeug vorfahren
- Sichtprüfung
- Prüfung auf dem Prüfstand und Abgasuntersuchung
- Untersuchungsbericht
- Plakette
Tipp: Eine Nachprüfung innerhalb der Frist ist günstiger als eine komplett neue HU. Nehmen Sie dazu den Prüfbericht und den Nachweis über die behobenen Mängel mit.
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Vorab-Check in der Werkstatt: Warum er sich lohnt
Wer die Hauptuntersuchung vorbereiten möchte, kommt mit einem Vorab-Check in der Werkstatt am sichersten durch den Termin. Ein Mechaniker prüft dabei genau die Punkte, auf die auch der Prüfer achtet, und Sie erfahren vorher, ob Mängel zu beheben sind. Die offizielle HU erfolgt ausschließlich bei einer amtlich anerkannten Prüforganisation.
Bei Maibach Autoservice in Allersberg umfasst ein solcher Check typischerweise diese Punkte:
- Bremsen: Beläge und Scheiben messen, Leitungen und Schläuche prüfen
- Fahrwerk: Achsgelenke, Spurstangen und Stoßdämpfer auf Spiel und Undichtigkeit prüfen
- Beleuchtung: alle Leuchten testen, Scheinwerfer bei Bedarf einstellen
- Reifen: Profil, Alter und Schäden beurteilen
- Abgasanlage: Auspuff auf Dichtheit und Halterungen kontrollieren
Fehlerspeicher auslesen und Warnleuchten klären
Moderne Prüfer lesen sicherheitsrelevante Systeme wie ABS, ESP und Airbag elektronisch aus. Deshalb sollte der Fehlerspeicher schon vor dem Termin per elektronischer Diagnose ausgelesen werden. Wichtig ist, die Ursache zu beheben und den Eintrag nicht nur zu löschen. Ein gelöschter Fehler kehrt oft zurück, und ein kürzlich erfolgter Reset fällt dem Prüfer häufig auf. Mehr zum Ablauf lesen Sie in unseren häufigen Fragen zur Motordiagnose.
Originalteile oder gleichwertige Qualität bei Reparaturen
Bei Bremsen und Fahrwerk setzen wir auf Originalteile oder hochwertige Ersatzteile in gleichwertiger Qualität. Minderwertige Teile können schneller verschleißen und beim nächsten Termin erneut Probleme machen. Worin sich Originalteile und Nachbau unterscheiden, erklärt der Beitrag Originalteile vs. Nachbau.
Der Mechaniker erklärt verständlich, was sicherheitsrelevant ist und was optional bleibt. Die Kosten klären wir vor der Reparatur, unnötige Zusatzarbeiten gehören nicht dazu. Das gilt für alle Marken, auch für Firmenfahrzeuge, bei denen sich Termine gebündelt planen lassen.
Tipp zum Zeitplan: Kommen Sie etwa vier bis sechs Wochen vor der Fälligkeit zum Vorab-Check. So bleibt genug Zeit für Teile und Werkstatttermine.
TÜV abgelaufen oder durchgefallen: Was jetzt zu tun ist
Ist die Plakette abgelaufen oder die HU nicht bestanden, ist schnelles und ruhiges Handeln der beste Weg: Termin in der Werkstatt vereinbaren, Mängel beheben lassen, anschließend zur Nachprüfung. Panik ist unnötig, denn es gibt klare Fristen.
Plakette überzogen: Fristen, Bußgeld und Versicherung
Bis zu zwei Monate nach Fälligkeit bleibt die Überschreitung in der Regel ohne Bußgeld. Danach drohen gestaffelte Verwarnungsgelder, als Beispiel etwa 15 bis 60 Euro. Bei sehr langer Überschreitung kann zusätzlich ein Punkt in Flensburg hinzukommen. Die Beträge ändern sich, prüfen Sie daher den aktuellen Bußgeldkatalog. Ab zwei Monaten Überschreitung erheben die Prüforganisationen zudem einen Gebührenaufschlag.
Auch die Versicherung spielt eine Rolle. Kommt es mit abgelaufener HU zum Unfall, kann der Versicherer nachfragen und bei einem technisch bedingten Mangel unter Umständen die Leistung kürzen. Das gilt nicht pauschal, hängt aber vom Einzelfall ab. Wer länger im Ausland war, sollte nach der Rückkehr die Frist sofort prüfen.
Nachprüfung nach erheblichen Mängeln
Bei erheblichen Mängeln erhalten Sie keine Plakette, aber eine Frist von einem Monat zur Nachprüfung. Lassen Sie die Mängel in der Werkstatt beheben und nehmen Sie Untersuchungsbericht und Rechnung mit. Danach ist wieder eine komplette HU nötig. Ist das Fahrzeug verkehrsunsicher, sollten Sie es nicht weiter nutzen.
Fazit
Wer die Hauptuntersuchung rechtzeitig plant, die Checkliste abarbeitet und die Unterlagen bereithält, vermeidet Stress und Folgekosten. Mängel beheben Sie am besten früh, ein Vorab-Check spart Zeit und Nerven. Maibach Autoservice in Allersberg unterstützt Sie bei Vorab-Check, Diagnose und Reparatur für alle Marken. Vereinbaren Sie Ihren Termin einfach per Telefon oder WhatsApp.
Häufige Fragen
Wie oft muss man eine Hauptuntersuchung machen?
Für Pkw ist die erste Hauptuntersuchung drei Jahre nach der Erstzulassung fällig, danach alle zwei Jahre. Das gilt auch für Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Wann genau Ihr Termin ansteht, sehen Sie an der Prüfplakette auf dem hinteren Kennzeichen und in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Für andere Fahrzeugarten wie Anhänger oder Nutzfahrzeuge gelten teils abweichende Intervalle.
Wie hoch sind die TÜV-Kosten in Bayern?
Die Gebühren sind nicht einheitlich. Sie hängen von der Prüforganisation, dem Standort, der Antriebsart und davon ab, ob die Abgasuntersuchung dabei ist. Für einen Pkw mit HU und AU sollten Sie grob mit etwa 100 bis 170 Euro rechnen. Den aktuellen Preis nennt Ihnen die Prüfstelle bei der Terminvereinbarung. Reparaturen von Mängeln kommen gegebenenfalls hinzu.
Was muss man mitnehmen, wenn man zum TÜV geht?
Pflicht ist die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein). Außerdem sollten Sie alle Fahrzeugschlüssel samt Adapter für Felgenschlösser mitbringen. Bei Umbauten, etwa anderen Felgen oder einer Anhängerkupplung, gehören Gutachten oder Eintragungen dazu. Der Bericht der letzten HU ist nicht vorgeschrieben, kann aber hilfreich sein, ebenso eine saubere Kennzeichenanbringung und ein leergeräumter Innenraum.
Wie lange dauert der TÜV bei Dekra?
Eine Hauptuntersuchung dauert bei DEKRA wie bei den anderen Prüforganisationen in der Regel etwa 30 bis 60 Minuten. Mit Abgasuntersuchung kann es etwas länger dauern. Die genaue Dauer hängt vom Fahrzeug, vom Zustand und von der Auslastung der Prüfstelle ab. Planen Sie sicherheitshalber etwas Puffer ein und vereinbaren Sie vorab einen Termin.